Auf einen späteren Zeitpunkt verschoben: Vortrag von Hans-Georg Haarmann über Theodor Fontane

Hans-Georg Haarmann aus Melle zeichnet im KuK-Haus den Weg des Menschen und Autors Theodor Fontanes nach, von dem Sprung des Apothekers in das kalte Wasser der Schriftstellerei bis zur Virtuosität des poetischen Realisten. Ein interessanter Vortrag, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten!

Aber nur Menschen wecken unser Interesse“ - Fontane in einem Aufsatz über W. Alexis.

Als Henri Théodore Fontane Ende Dezember 1819 in Neuruppin getauft wird, erholt sich Europa gerade von den Napoleonischen Kriegen. Als er 1898 in der Metropole Berlin stirbt, ist das Deutsche Reich eine der wirtschaftlich und zunehmend auch militärisch stärksten Mächte Europas geworden.
In dieser vergleichsweise langen Spanne seines Lebens erlebt er nicht nur den Wandel von der märkischen Provinz zur Hauptstadt einer industriellen Gesellschaft, sondern seine „drei Leben“ lassen erkennen, was – und wer - ihn geformt hat.

Charakterisiert er sich selbst noch, wenn auch schon ironisch gebrochen, als „Mann der Jagow und Lochow, der Stechow und Bredow, der Quitzow und Rochow“, der „keine größere Meriten als die von Schwerin und vom alten Zieten“ kannte, so wird deutlich, dass er zunehmend kritisch seine Zeit begleitet und endlich gar den „Borussismus“ als „niedrigste Kulturform, die je da war“ verurteilt.
Denn er war er nicht nur der naive Wanderer in der „Mark Brandenburg“, sondern schildert im Alltäglichen, gar Provinziellen das Grundsätzliche. Wenn auch seine (Roman)Figuren fast alle scheitern, so behalten sie die liebevolle Aufmerksamkeit des Autors, da vor allem seine „Frauengestalten alle einen Knacks weghaben. Gerade dadurch sind sie [ihm] lieb“, er verliebt sich in sie, „nicht um ihrer Tugenden, sondern um ihrer Menschlichkeiten, d. h. um ihrer Sünden und Schwächen willen“.

Sein Werk darf nicht in isolierte Gattungen Lyrik, Berichte und epische Formen dividiert werden, sondern es soll als Einheit verstanden werden, da er immer wieder „alte Themen“ aufgreift und neu gestaltet. Fontane begleitet seine Zeit, zunehmend kritisch, aber immer mit Sympathie für den Menschen.
Dieser Weg des Menschen und Autors Theodor Fontane soll nachgezeichnet werden, von dem Sprung des Apothekers in das kalte Wasser der Schriftstellerei bis zur Virtuosität des poetischen Realisten.

Denn wie Thomas Mann zutreffend anmerkte, war er geboren, „um der „alte Fontane“ zu werden, der leben wird.“

(Hans-Georg Haarmann)

 

Die Veranstaltung wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die im Vorverkauf bereits erworbenen Karten behalten ihre Gültigkeit oder können zurückgegeben werden.
 

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